Sie sind hier: Portrait Golm Natur und Umwelt Unsere Störche  
 NATUR UND UMWELT
Unsere Störche
 PORTRAIT GOLM
Golm Heute
Natur und Umwelt
Historie Golm
Golmer Leute

STORCHENGESCHICHTE SEIT 1967

Die Golmer Storchengeschichte seit 1967

In der ganzen Zeit seit Erstbezug des Horstes im Jahre 1967 hat uns getreu Jahr für Jahr NIE ein Storch in Golm auf dem alten Bäckereischornstein mitten im alten Dorfkern verlassen.
Ja, als bedingt nach den Kriegswirren sich ein Storch bei uns in Golm wieder ansiedeln wollte, war für Storchens guter Rat teuer. Wohin denn? Der von uns besagte Schornstein hat als Schornstein bekannterweise für den Rauchabzug ein Loch. Und Storchenkenntnis besagt, dass Menschen ja eigentlich darunter Feuer machen. Die alte Storchenhorststelle von Golm befand sich in der Dorfstraße Nr. 4 (jetzt Geiselbergstraße), war jedoch, wie überall nach dem Krieg, ohne Storch geblieben; das Gebäude von einem klassischer Vierseithof ,schilfgedeckt. Der Zahn der Zeit nagte beträchtlich am Dach. Zur Gebäudeerhaltung also Schilf unter, Wellaluplatten drauf. Das wars. Die Störche suchten sich also einen Holzmast aus, der per Kabeldraht mit Isolatoren den Strom in die Häuser bringt. Und wo stand er? Natürlich in der Geiselbergstraße schräg gegenüber vom Kindergarten (jetzt Geiselbergstraße Nr. 51, Grundstück Woinar). Unsere Kita trägt also zu Recht den Namen „Am Storchennest“! Die malerische Gestaltung um den Eingang stammt von Hans Schneider. Leider ist heute beim Anblick eines Storches der Kinderruf selten geworden: „Storch, Storch, Guter, bring mir einen Bruder“ oder „Storch, Storch, Bester, bring mir eine Schwester“.
Auf dem Mast haben die Storchens 1966 in Golm erstmalig gebaut; vom E-Versorgungsbetrieb regelmäßig wieder abgeräumt. Zermürbt zog das Storchenpaar nach Nattwerder. Anfang 1967 ließ es Siegfried Mohr keine Ruhe. Beratung im „Haus der Bauern“, Sitz der landwirtschaftlichen Verwaltung des Potsdamer Landkreises. Das Ergebnis: mit Fritz Wernicke eine Ortsschau. Die Wahl fiel auf den alten Bäckereischornstein in der Geiselbergstraße Nr. 8. Anschließendes Gespräch mit der Besitzerin Frau Berta Böhme ergab für unser Vorhaben Zusage. Bis 1952 wurde dort noch im Ort Brot gebacken, anschließend wurde der Laden Versorgungseinrichtung für Lebensmittel. Nun wurde schnell gehandelt. Und bevor Frühjahr 1967 der Storch in die Lande kam, war es geschafft. Das Wagenrad für den Schornstein spendierte Otto Büge und liegt heute noch abdeckend über dem Schornsteinzug. Also: Wagenrad rauf, alte Dachpappe über die Speichen, Grassoden vom Straßenrand rauf, symbolisch ein paar Reiser reingesteckt, animierend für den künftigen Horstbau. Stolz über Geschaffenes für die Natur sagte Fritz Wernicke: „Da möchte man sich selber raufsetzen.“ Der Storchenzug 1967 im Frühjahr kam, die 1966er Störche guckten nach Golm und fanden sicher, sonst wären sie nicht geblieben, die Niststätte in Ordnung. Nattwerder hatte dann 1967 keinen Storch. Weil in Golm sich nun Storchenfreunde so viel Mühe machten, war Storchendank uns Golmern auch garantiert. Die Stafette wurde Jahr für Jahr weiter gegeben und das ununterbrochen bis heute im Jahre 2005.

Siegfried Mohr




Storchengeschichte 2005, 2006 | Fotogalerie Golmer Störche